kommentieren (0)Mitfahrzentrale SendeniCalTeilen

Freitag, 18. April 2025 - 20:00

"Hoppla wir sterben" Rheinmetall - eine deutsche Geschichte / Theater X Berlin

Die schnelle kulturelle Eingreiftruppe S.K.E.T. von Theater X /Berlin

geht mit Rheinmetall Entwaffnen auf Ostertour

"Hoppla, wir sterben!"

Rheinmetall - eine deutsche Geschichte

In Zeiten, in denen wir mal wieder richtig schön kriegstüchtig werden sollen, lauert es an Absurditäten und kuriosen Überraschungen. Für die einen freudvolle -, für die meisten jedoch das genaue Gegenteil. So viele Möglichkeiten gab es bereits in der Geschichte, das Blatt ein für alle Mal zu wenden - weg von Krieg, weg von der Aufrüstung, weg von Militarisierung- aber nein, noch ist der Funke nicht übergesprungen, schließlich ist der Tod ja auch ein Meister aus Deutschland. Krieg und Kapitalismus, ein eng verknüpftes Trauerspiel. Wir tauchen ein in den Salat der vergangenen Jahrzehnte und erzählen diesmal die Geschichte eines der unangenehmsten Unternehmen: Rheinmetall, einer der größten Waffenexporteure der Welt. Kaum ein Krieg wurde in der Welt in den letzten hundert Jahren nicht mit Waffen von Rheinmetall ausgestattet und versorgt. Trotz Zeit, trotz Rat, Rheinmetall war immer am Start. Und gerade jetzt ist es wieder an vorderster Front dabei. Doch die, die sich dagegen auflehnen und die sagen: "Nein, zum Krieg!", die gibt und gab es ebenfalls schon immer. Ernst Toller formulierte es vor hundert Jahren, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, der verlorenen Revolution von 1918 und den folgenden Jahren so: "Hoppla, wir leben!" Nachdem dem die Atomwaffen gebaut und Ende des letzten Jahrhunderts eigentlich wieder im Schrank verschwinden sollten, singen wir hundert Jahre später plötzlich zurück:

"Hoppla, wir sterben!"

Rheinmetall entwaffnen: eine junge Geschichte des antimiliaristischen Widerstands

2018 gründete sich das Aktionsbündnis Rheinmetall entwaffnen, Anlass war der Einsatz deutscher Waffen und Panzer durch die türkische Armee in Afrin/Nordostsyrien gegen die kurdischer Befreiungsbewegung. Viele Kampagnen und Aktionen folgten. Rheinmetall entwaffnen hat seit nun fast sieben Jahren weitere antimilitaristische Aktionen wie Werkblockaden bei Rheinmetall, bei Heckler & Koch, die Besetzung des BAFA in Eschborn, das für die Genehmigung von Rüstungsexporten zuständig ist, initiiert; öffentliche Tribunale gegen Waffenexporte, den Sturm aus die Aktionärsversammlung von Rheinmetall, antimilitaristische Camps in Unterlüß, Kassel und zuletzt 2024 in Kiel folgten, um gegen Rüstungskonzerne und Militarisierung zu protestieren, um den Krieg zu verraten.

2025 schauen wir mit einer Aufführung von S.K.E.T. vom Theater X Berlin auf die Geschichte des Rüstungskonzerns Rheinmetall, aber auch auf den Widerstand von Rheinmetall entwaffnen. Das Theaterstück "Hoppla, wir sterben" ist eine ernsthafte, kluge, witzige, charmante Inszenierung!

Angesichts der rasanten Militarisierung und einem europäischen "Sondervermögen" von über 800 Milliarden für Militär und Rüstungskonzerne bieten sich viele Notwendigkeiten und auch viele Möglichkeiten für antimilitarischen Widerstand, gegen Kriegsertüchtigung, gegen Wehrpflicht, gegen sozialen Kahlschlag für Aufrüstung. Wir werden die Füße nicht stillhalten. Wir werden aktiv: Zum Tag der Deserteur*innen, zum Celler Trialog im Juni 2025 (informelle Tagung von Rüstungskonzernen, Militär und Banken für zivilmilitärische Zusammenarbeit), zum nächsten antimilitaristischen Camp in Köln Ende August 2025. Und vielen weiteren Initiativen, die wir gemeinsam mit euch entwickeln wollen.