Samstag, 18. Juli 2026 - 12:45
ZUSAMMEN ZUM CSD!
Wie auch die letzten Jahre laden wir euch ein, mit uns zusammen als antifaschistischer Block auf dem Frankfurter CSD zu laufen!
Der CSD Frankfurt ist weiterhin eine Partyveranstaltung, ein bisschen Friede, Freude, Eierkuchen, als würden wir in einer Gesellschaft leben, die Raum für Selbstbestimmung, Sicherheit, Vielfalt und Queerness einfach so bietet.
Doch die Realität sieht anders aus: in den letzten Jahren wurden An- und Abreisen zum CSD, und sogar der CSD selbst für viele Menschen zu einem Raum der Angst und Gewalt. Die Angriffe auf CSDs durch Rechte haben gezeigt: Die Polizei schützt uns nicht, wir müssen und können uns selbst schützen. Deswegen lasst uns Präsenz zeigen, Rechtsextremen die Faust bieten und die Scheinheiligkeit mancher Teilnehmenden, wie der der Polizei oder der CDU nicht tolerieren! Lasst uns den CSD durch kämpferischen Ausdruck und durch inhaltliche Analyse wieder politisieren. Wir sind laut, wir sind Viele und wir stehen für eine antifaschistische und antikapitalistische Gesellschaft.
Der CSD war schon immer politisch, ist es immernoch und wird auch klar gebraucht. Das wird deutlich an der Queerfeindlichkeit die weiter auf allen Ebenen steigt: Auf staatlicher Ebene werden rechtliche Errungenschaften wie das Selbstbestimmungsgesetz in Frage gestellt. Auf kommunaler Ebene musste beispielsweise in Dresden gerichtlich geklärt werden, dass der CSD tatsächlich eine politische Veranstaltung ist, der eine entsprechende städtische Finanzierung zusteht.
Das, was uns schon lange bewusst war, erleben wir jetzt: unsere Freiheiten und Rechte werden immer weiter eingeschränkt und in Frage gestellt. Sichtbare Queerness wird aus dem öffentlichen Raum verbannt und das alles, ohne, dass es die Mehrheitsgesellschaft stört. Im Gegenteil: die Diskurse um den CSD und Queerness im Allgemeinen kippen in Richtung Ekel und Kinderschutz nach russischem Vorbild. Und nicht nur in der Mehrheitsgesellschaft beobachten wir einen Shift. Auch das Interesse des Kapitals wandelt sich. Die Abkehr vom Pinkwashing des Kapitalismus, den wir in den USA schon seit einer Weile beobachten können, breitet sich auch in Europa aus. Die Pride Collections und Regenbogen-Konzernlogos im Juli, welche von linksliberaler Seite als Zeichen des Fortschritts gelesen wurden, entpuppen sich als Strategie zur Kapitalvermehrung, die in einer sich faschisierenden Gesellschaft schlicht nicht mehr zieht. Wie die Geschichte und die Theorie ausreichend gezeigt haben, gehen Faschismus und Kapital Hand in Hand, also lasst uns beide dieser Hände abschneiden!
Das Ganze entsteht natürlich nicht für sich - es braucht Akteur*innen und Gesellschaften, die Queerfeindlichkeit normalisieren, wie rechte und konservative Parteien, Trad-Wife-Internettrends oder rechte Jugendkulturen und last but not least: die Regierungspartei CDU. Die CDU, die sich gegen den Schutz sexueller Identitäten im Grundgesetz und gegen die Gleichstellung queerer Familien gestellt hat, die gegen das Selbstbestimmungsgesetz hetzt, die queeren Beratungsstellen die Finanzierung entzieht, Fascho-Forderungen wie das Trans-Register stellt und sich rechter Rhetorik bedient. Diese CDU war die letzten Jahre und wird wohl auch dieses Jahr Teil des CSDs sein.
Zu diesen queerfeindlichen Christ*innen gesellen sich auch noch fundamentalistische ChristInnen, die ihre queerfeindlichen, antifeministischen, rassistischen und antisemitische Narrative verbreiten. Sonst eher vor ProFamilia "für das Leben" betend zu finden, tragen sie ihre Queerfeindlichkeit auch inmitten des CSD zur Schau.
Und wer natürlich auch nicht fehlen darf: die Exekutive der Queerfeindlichkeit, die Frankfurter Polizei. Die Polizei ist kein Freund und Helfer, besonders nicht für marginalisierte Menschengruppen und besonders nicht für Queers. Auf die Frankfurter Polizei mit ihren unzähligen Fascho-Skandalen trifft das um so mehr zu.
Warum das who-is-who der Queerfeindlichkeit sowohl von der CSD-Orga als auch von der Community auf dem CSD geduldet wird, können wir nicht verstehen. Wir werden uns weiter dagegen stellen.
Lasst uns Pöbelein von Außen nicht unkommentiert lassen, lasst uns die Fundis von der CSD-Route vertreiben. Lasst uns den Bullen und der CDU zeigen, dass sie unerwünscht sind. Lasst uns rechte Provokationen im Keim ersticken!
Auf dem Frankfurter CSD sind wir viele und das ist unsere Stärke. Lasst sie uns nutzen.
The first pride was a riot, weil wir für uns kämpfen müssen - und das ist auch heute so. Gegen den rechten Normalzustand, für das gute Leben für alle - wir sehen uns auf der Straße
CSD Party im Klapperfeld ab 21:30